Gletscherspalten in Grönland wachsen rasant: Warnung vor Folgen
Grönland, 4. Februar 2025 – Eine aktuelle Studie einer internationalen Forschungsgruppe hat alarmierende Ergebnisse über die Gletscherspalten im grönländischen Eisschild veröffentlicht. Die Forschung, die im renommierten Fachblatt Nature Geoscience erscheint, zeigt, dass sich die Brüche in der Eisdecke in nur fünf Jahren erheblich vergrößert haben. Die Wissenschaftler warnen, dass dies gravierende Folgen für den Anstieg des Meeresspiegels haben könnte.
Das Team, geleitet von Tom Chudley von der britischen Universität Durham, hat mehr als 8.000 hochauflösende 3D-Oberflächenkarten des Eisschilds analysiert. Diese Karten wurden aus Satellitenbildern erstellt. Die Daten zeigen, dass die Gletscherspalten zwischen 2016 und 2021 an den schnell fließenden Rändern des Eisschilds größer und tiefer geworden sind. Diese Entwicklung geschieht schneller als bisher beobachtet.
Gletscherspalten sind keilförmige Risse im Eis, die entstehen, wenn sich ein Gletscher ungleichmäßig bewegt. Das Eis fließt unterschiedlich schnell: An der Oberfläche und in der Mitte oft schneller als an den Rändern oder in den tieferen Schichten. Diese Unterschiede in der Bewegung erzeugen Spannungen, die das Eis aufbrechen.
Die Forschungsgruppe stellt fest, dass sich durch den Klimawandel diese Dynamiken verschieben. Höhere Temperaturen verursachen, dass das Eis schneller fließt, was dazu führt, dass sich die Risse ausweiten und tiefer in das Eis eindringen. An den Rändern des Eisschilds, wo große Gletscher auf das Meer treffen, hat die Fließgeschwindigkeit der Gletscher zugenommen. Dies führte zu einer erheblichen Zunahme des Volumens der Gletscherspalten. In einigen Bereichen war dieser Anstieg 2021 im Vergleich zu 2016 um bis zu 25 Prozent höher, mit einer Fehlermarge von etwa zehn Prozent.
Die Studie stellt auch fest, dass Grönland seit 1992 bereits zu einem Anstieg des Meeresspiegels um etwa 14 Millimeter beigetragen hat. Wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, könnte das Schmelzwasser des Eisschilds bis 2100 den globalen Meeresspiegel um bis zu 30 Zentimeter anheben. Im schlimmsten Fall, wenn das gesamte Eis von Grönland schmelzen würde, könnte der Meeresspiegel sogar um bis zu sieben Meter steigen.
Diese Ergebnisse verdeutlichen die Dringlichkeit, den Klimawandel zu bekämpfen und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu ergreifen.
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