Seit mehreren Jahren messen Wissenschaftler die Temperaturen in den Meeren rund um Deutschland. Besonders in diesem Jahr waren die Temperaturen in der Nordsee und der Ostsee außergewöhnlich hoch. Laut dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg lag die Durchschnittstemperatur in der Nordsee bei etwa 15,7 Grad Celsius. Das ist die höchste Temperatur seit Beginn der Messungen im Jahr 1969. Auch die Ostsee war in den Monaten Juni, Juli und August deutlich wärmer als üblich.
Kerstin Jochumsen, die Leiterin der Abteilung Meereskunde beim BSH, erklärt, dass sich die Ostsee schneller erwärmt als die Nordsee. Seit 1990 ist die Temperatur im Durchschnitt um fast zwei Grad Celsius gestiegen. Sie sagt: "Unsere Daten zeigen, dass sich Nordsee und Ostsee kontinuierlich erwärmen. Das ist eine direkte Folge des Klimawandels und verändert die Meeresumwelt zunehmend."
Die hohen Temperaturen im Meer haben auch Folgen für die Tiere und Pflanzen, die dort leben. Viele Meerestiere können nur in bestimmten Temperaturbereichen überleben. Wenn das Wasser zu warm wird, können sie nicht mehr dort leben. Außerdem kann warmes Wasser weniger Sauerstoff lösen, was für das Leben im Meer sehr wichtig ist. Das bedeutet, dass die Sauerstoffmenge im Wasser sinkt.
Ein weiteres Problem ist, dass die verschiedenen Wasserschichten im Meer sich bei hohen Temperaturen schlechter vermischen. Das führt dazu, dass an den Meeresböden weniger Sauerstoff ankommt. In diesen sogenannten "Todeszonen" gibt es kaum noch Leben, weil es dort zu wenig Sauerstoff gibt. Das betrifft vor allem Fische, Muscheln und andere Lebewesen, die auf Sauerstoff angewiesen sind.
Das Erwärmen der Meere ist also eine Folge des Klimawandels, der die Umwelt verändert. Es ist wichtig, dass wir Maßnahmen ergreifen, um die Erderwärmung zu stoppen, damit die Meere und die Lebewesen darin geschützt werden.
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